Kunst Definition und unsere Meinung dazu

Kust Definition und unsere Meinungen

Hier soll es um Kunst und unsere gemeinsame Meinung dazu gehen. Dabei liegt der Fokus nicht auf der eigentlichen Definition von Kunst, die man einfach auf Wikipedia nachlesen kann. Dort wird Kunst als ein menschliches Kulturprodukt bezeichnet, das das Ergebnis eines kreativen Prozesses ist oder gar der Prozess selber sein kann. Doch was ist für den einzelnen Kultur oder Kunst? Was ist in diesem Zusammenhang das Produkt? Mir ist das alles zu wissenschaftlich!

Es geht mir hier darum, was wir über die Kunst denken oder dabei empfinden, wenn wir mit der Kunst an sich konfrontiert werden. Es geht hier also nicht um eine detaillierte Definition, sondern eher um die Meinungen oder Gefühle von unterschiedlichen Personen, die sich Ihre Gedanken zum Thema Kunst machen.

Dazu habe ich eine sehr einfache Vorgehensweise gewählt, indem ich durch meinen Newsletter einige Leute gefragt habe, wie sie Kunst beschreiben würden. Zusätzlich frage ich auch dich nach deiner Meinung! Poste einfach in den Kommentaren deine Gedanken zur Kunst und teile damit in diesem Artikel allen mit, was du zur Kunst beizutragen hast.

Kunst Meinungen

Das denke ich (DrawTut) über Kunst

Meiner Meinung nach ist Kunst sehr vielfältig und dient dem visuellen Ausdruck eines Gefühls, einer Meinung oder einer Einstellung gegenüber einer Sache. Kunst ist aber genauso ein Hobby, bei dem Frau/Mann es einfach nur liebt, eigene Werke zu kreieren.

Bei Kunst ist für mich auch total irrelevant, wie realistisch oder perfekt eine Zeichnung oder ein Bild ist. Es kommt mehr auf die Message und die Technik an, mit der das Werk geschaffen wurde. Es kommt auch auf die Tatsache an, ob es mich zum Nachdenken oder Staunen bringt.

Kurzer Exkurs: Ich finde man sollte sich immer von anderen Künstler/innen inspirieren lassen, jedoch nie die Kunst als einen Wettbewerb, sondern eher als ein gemeinsames Schaffen sehen. Hauptsache du hast Spaß dabei!

Streetart Kunst

Doch genauso ist für mich auch alles Kunst, das mir auf eine visuelle Weise eine Geschichte erzählt. Und dazu zählen für mich z.B. auch Comics oder Mangas, die ich persönlich einfach nur liebe!

Natürlich ist aber auch Streetart eine Kunstart (wie der Name es ja auch schon sagt), da uns diese oft mit ihren Aussagen provoziert.

Besonders in der heutigen Zeit ist auch das digitale Zeichnen eine eigene Art der Kunst, die sich statt auf einer Leinwand mittlerweile auch in Form von NFTs wiederfindet.

So viel zu meiner Meinung.

 

Das denkt ihr über Kunst

Jetzt wart ihr gefragt. Denn meine Meinung dient lediglich dazu, die Diskussion anzuregen und mit euch in ein kreatives Gespräch über Kunst zu kommen.

Hier kommen dann eure Meinungen über Kunst, die ich rein zufällig in dieser Reihenfolge zusammengefasst habe.

Kunst als Entspannung

Doris K.

Kunst ist Ausdruck, Therapie, Entspannung, Gesellschaftskritik und wahrscheinlich noch vieles mehr.

Kunst sind Zeichnungen, Malereien, Skulpturen, Literatur und Musik.

Für mich selbst ist Kunst eine Ausdrucksform.

Ich bin traditioneller und digitaler Hobbyzeichnerin und -malerin.

Anfangs waren meine Bilder eine verordnete Therapie meines Arztes. Vor einigen Jahren war ich sehr krank und fand nur schwer den Weg zurück ins Leben. Da ich immer nur funktioniert habe, konnte ich meine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse verbal nicht ausdrücken (ich wusste nicht einmal, was mir gut tat und was ich für mich brauchte). Über das Zeichnen/Malen fand ich langsam und schrittweise wieder in das Leben zurück; es wird zwar nie mehr so wie es einmal war, aber ich bin mittlerweile wieder sehr zufrieden und glücklich.

Anfänglich konnte ich mir nicht vorstellen, dass mir die Kunst helfen würde. Aber es war beeindruckend, wie frei und wohl ich mich beim Zeichnen gefühlt habe.

Wenn ich zeichne (egal ob traditionell oder digital), verliert der oft trübe Alltag seinen Schrecken. Ich kann abschalten und den tristen Alltag für eine gewisse Zeit hinter mir lassen. Die Zeit des Zeichnens/Malens gehört ganz alleine mir, ich verliere mich in meinen eigenen Gedanken, in meinen Gefühlen. Es ist eine Zeit des Entspannen und Loslassen.

Wie gesagt, ich bin Hobbykünstlerin und meine Bilder sind wahrlich nicht perfekt. Aber sie sollen auch nicht perfekt sein – ganz im Gegenteil: beim Zeichnen darf ich sein, wie ich WIRKLICH bin. Ich muss keine Gesellschaftsklischees erfüllen, ich darf bei meinem Zeichenblock denken und fühlen, wie ich wirklich denke und fühle und nicht, wie ich denken und fühlen sollte.

Kurz zusammengefasst: Meine persönliche Hobbykunst ist Psychohygiene, sie ist Entspannung und ein Auseinandersetzen mit dem eigenen Ich, mit der eigenen Persönlichkeit, mit den eigenen Wünschen, Gedanken und Gefühlen.

Meine Bilder verlassen auch nicht meine Wohnung, sie werden nicht in sozialen Medien gepostet (ich habe keinen Account für soziale Medien), sie gehören nur mir allein.

Kunst im Auge des Betrachters

Inge

Kunst liegt auch immer im Auge des Betrachters. Was der eine schön findet, gefällt dem anderen nicht. Aber es ist auch gut so. Sonst wäre die Welt nur schwarz und weiß. Vielfalt in der Kunst ist wichtig und schön. Daher sollte jeder malen, was er fühlt und es so darstellen, wie es ihm gefällt.

Für mich ist Kunst sehr vielfältig. Nicht nur Malen, sondern auch etwas mit verschiedenen Materialien herstellen ist eine schöne Kunst.

Thorsten V.

Kunst schafft, neben dem Kunstwerk, etwas Imaginäres. Etwas was sich zwischen dem Kunstwerk und dem Betrachter abspielt. Dieses fällt wie eine Seifenblase in sich zusammen, wenn im Prozess der Auseinandersetzung eine Störung von außen erfolgt. Es ist ein Gefühl dass sich zwischen Betrachter und Kunstwerk entwickelt oder eine Geschichte die nur in seinem Kopf entsteht und nur dann da ist wenn diese Auseinandersetzung stattfindet. Es kann ein klassisches Musikstück sein, bei dem du förmlich Tragik, Spannung, Tod, Freude, usw., spürst. Ein Bild das dich wie magisch in sich hineinzieht. Eine verfasste Geschichte die dich weltvergessend in ihren Bann zieht. Ein Bild das Angst und Furcht erzeugt, obwohl es nur aus farbigen Strichen auf einer zweidimensionalen Fläche besteht.

Für den Künstler selbst ist es neben den eben beschriebenen Effekten auch das Gefühl etwas geschaffen zu haben, das mehr ist wie nur die Summe seiner Einzelteile. Es ist die Freude über die eigene Leistung. Die Freude darüber wie sich die Striche, die Lichter, die Schatten, die Farben, die Flächen, im Zusammenspiel zu einer Gesamtheit fügen, die einzeln nie da wäre. Manchmal ist es auch die Perfektion eines Kunstwerkes die verblüfft. Ein Glas z.B. das man unwillkürlich anfassen möchte.

Generell: Ein Ausflug in eine andere Welt; die Verbindung zu etwas höherem.

Es ist auch der Veränderungsprozess den ein angehender Künstler durchläuft. Das genauere Sehen, das andere Sehen, das wahrnehmen von Farben, von Schwarz-Weiß Kontrasten, von Licht und Schatten, von der Schönheit der Linie wenn man z.B. eine kleine Blüte betrachtet. In der Musik wäre es das Hören von einzelnen Frequenzen und Schwingungen, von Disharmonien, der Schönheit eines Akkordes, etc. Ich könnte noch endlos weitermachen und höre daher hier auf.

Kurz es ist ein Festival der rechten Hirnhälfte die ja in unserem linkslastigen Alltag nicht allzu viel zu feiern hat. Für mich bedeutet Kunst alles. Ohne Kunst und Liebe wäre ich ein menschlicher Roboter, der arbeitet, sich am Leben hält, den Tag irgendwie mit Aktivitäten füllt.

Kunst in einer Ausstellung

Julia N.

Kunst sollte für mich Geschichten erzählen. Der Unterschied zwischen einem Bild und Kunst ist für mich, das besondere in der Kunst, das was eine Emotionen auslöst, was den Blick fesselt, was mich lenkt. Eine gelungen Komposition, eine farbliche Gestaltung, eine Perfektion oder ein Chaos, ein Ausdruck, ein besonderer Pinsel- oder Zeichenstrich…

Um den eigenen Ausdruck in der Kunst zu finden, sollte man das besondere in der Kunst auch anderer Künstler begreifen und daher ist das Abzeichnen und Kopieren vielleicht eine durchaus wichtige Übung.

Daniela C.

Vor allem das Bewerten und Vergleichen finde ich schrecklich und bringt viele davon ab, künstlerisch tätig zu sein. Besonders der Kunstunterricht in der Schule ist meistens wenig hilfreich. Kunstlehrer sind häufig selbst sehr uninspiriert.

Ich leite eine Bible Art Journaling Gruppe in meiner Gemeinde und bin schon sehr vielen Menschen begegnet, die vorher sagen, dass sie nicht malen können. Manche lassen sich trotzdem drauf ein und finden Gefallen daran, aber die meisten lassen trotzdem nicht mehr von der Aussage ab, dass sie nicht malen können.

So, jetzt meine Meinung über Kunst:

Für mich ist Kunst der Ausdruck der Seele. In den Bildern sehen wir die Farben der Seele, spricht unser Innerstes zu uns…und anderen.

Sie können das Unaussprechliche und sogar das noch gar nicht Bewusste ausdrücken.

Bilder sind wie Fotografien mit Gefühlen.

Deshalb finde ich ist Bewertung von Bildern eigentlich nicht möglich.

Kunst als Ausdruck der Seele

Joachim W.

Auf der einen Seite sehe ich Kunst als Botschaft. So wie Escher mit seiner Möbius-Schleife Unendlichkeit ausdrücken will oder mit verschiedenen Dimensionen Verwirrung schafft oder ein unbekannter Maler auf Montmartre Lebensfreude ausdrückt, wie Toulouse-Lautrec Milieustudien zu Papier bringt.

Kunst ist hier einfach ein Kanal für Empfindungen und ein lebensnotwendiges Mitteilungsbedürfnis – aber das könnte auch das Schreiben von Gedichten, das Texten von Liedern, das Entwerfen eines Gebäudes, usw. sein – so hat jeder eine andere Form sich mitzuteilen.

Bei mir hat mein Patenonkel im Alter mit dem Malen angefangen. Ich habe keinen Anspruch auf „Großes“ beim Malen. Ich probiere, ob es mir auch Spaß macht.

Ich freue mich beim Malen und das ist mir wichtig.

Mal sehen, wo mich die Reise hinbringt. Ich stehe – obwohl ich Rentner bin – so ziemlich am Anfang.

Irmgard P.

Für mich ist Kunst alles was man mit den eigenen Händen erstellt hat.

Egal welche Materialen und welche Stilart.

Für den, der es erschaffen hat ist es Kunst.

Künstlerisch tätig zu sein hat etwas meditatives. Man taucht für gewisse Zeit in eine andere Welt ein. Alles drum herum verliert seine Wichtigkeit.

Ich finde es können auch Menschen Kunstwerke erschaffen, die meinen sie wären gar nicht kreativ. Farbe und Pinsel in der Hand genommen und seinen Gefühlen und Stimmungen freien Lauf lassen. Das kann jeder!

Mit Kunst in andere Welten eintauchen

Robert D.

Kunst ist alles, alles ist Kunst.

Sie kann gegenständlich, also konkret sein, ebenso aber auch vollständig abstrakt. Banal und aussergewöhnlich, Lustig und traurig, laut und leise, monoton ebenso wie über möglichst viele Stimmen und Oktaven.

Sie soll möglichst viele Sinnesebenen anregen. Sie kann überall sein. Genau genommen ist sie das, es ist an uns, sie zu erkennen.

Kunst darf auf jeden Fall kontrovers sein, sie muss es aber nicht. Denselben Satz kann auch mit „polarisieren“ schreiben, die Aussage bleibt gleich richtig.

Kunst soll Gemeinsames ebenso darstellen wie Gegensätze, denn sie hat die Fähigkeit, Gegensätze zu verbinden. Wir leben in einer polaren Welt.

Kunst ist KEINE Frage von richtig und falsch – sie stellt etwas dar, ohne darüber urteilen zu müssen, aber es trotzdem zu dürfen.

Mich stört das nur dann, wenn sie den moralinsauren Zeigfinger hebt und für ideologische Zwecke instrumentalisiert wird. Leni Riefenstahl war durchaus eine Künstlerin, aber mit ihrer Haltung kann ich mich nicht wirklich anfreunden.

Kunst ist ein Zeitzeuge, der der Nachwelt auf eigene Art vermitteln kann, welche Strömungen unsere Epoche bewegen. Muss nicht, aber mir gefällt es sehr, wenn sie das tut.

Kunst muss nicht zwingend das Typische sein, was die Allgemeinheit darunter versteht.

Für mich ist ein Bugatti SC57 Atlantic nicht ein Auto, sondern eine fahrbare Skulptur (gilt auch noch für einige wenige weitere Fahrzeuge).

Ettore Bugatti war schliesslich der Bruder des Bildhauers Rembrandt Bugatti (nein, das ist kein Jux).

Aber unter den Autodesignern, nebst anderen Produktdesignern, gibt es viele, die ich als Künstler sehe, wie etwa Marcello Gandini oder auch den umtriebigen Luigi Colani, der sich nicht scheute, Dinge ein wenig übertrieben zu entwerfen.

Kunst darf also übertreiben, bis hin ins Groteske. Die Grenze dafür sehe ich, wenn sie sich gegen Personen richtet, die sich nicht (aus eigenem Antrieb, Geltungsdrang) in die Öffentlichkeit hinaus exponieren.

Und Streetart? ich habe schon Graffitis gesehen, die mich ebenso sehr angesprochen haben wie die Gemälde, die ich in der Foundation Beyeler oder auch im Kunsthaus Zürich gesehen habe. Nicht jeder kann Künstler sein – jeder SOLL sein eigener Künstler sein.

Die Welt wäre freier, die Menschen würden sich mehr mit Kreativität befassen. Und das meine ich nicht im urheberrechtlichen Sinn.

Kunst kann mir, mehr als alles andere, die ungewohnte, unerwartete, schönere oder hässlichere Perspektive der Dinge aufzeigen. Und es ist gut, wenn sie das tut. Denn Kunst soll auch zur Reflexion anregen, nicht dazu, vorbereitete Meinungen von Experten, Fachleuten, Influencern und anderen Neoelitären Zeitgenossen kritiklos zu übernehmen.

So ist für mich Kunst umso interessanter, wenn sie auch mal gegen den Strom schwimmt, das gibt ihr Kontur.

Aber Kunst darf nicht hetzen, niemals, auf keine Art und Weise. Aber das ist wohl eine Frage der ethischen Haltung des jeweiligen Betrachter.

Alles ist Kunst, Kunst ist alles – das hatten wir schon – und sie liegt im Auge des Betrachters. Wer bin ich denn, das Auge des anderen qualitativ beurteilen zu wollen?

Hand aufs Herz, so ganz ohne Vorbehalte gehe auch ich nicht durchs Leben, aber ich habe gelernt, mir andere Meinungen anzuhören und darüber ernsthaft nachzudenken, auch wenn es mir nicht unbedingt nahe liegt.

Es ist IMMER eine Bereicherung, auch dann, wenn ich mich dazu entscheide, meinem bisherigen Standpunkt weiter zu behalten.

Und dann gibt’s noch den feinen, schwer zu definierende Grat zwischen Kunst und Künstlichem… Kunst ist authentisch, Künstliches ist aber dessen Gegenteil.

Kunst ist das wertvollste Gut, dass die Menschheit hat, ohne sie wären wir nur biologische Roboter. Ergo: Kunst macht den Menschen erst richtig zum Menschen.

Sandra H.

Ich habe mal versucht Kunst zu definieren. Denn ich persönlich finde, es ist eine riesen Kunst z.B. realistisch zu zeichnen, egal mit welchen Mitteln. Oder der Künstler der damals bei ArtAttack immer diese Riesenbilder mit verschiedensten Materialien hergestellt hat, hat mich immer unglaublich fasziniert, da ich einfach finde, um sowas hin zu bekommen muss man doch schon eine sehr konkrete Vorstellung haben, wie das Werk am Schluss aussehen soll, damit man dann auch die richtigen Materialien an den richtigen Stellen einsetzen kann.

Auch dass man mit den einfachsten Mitteln und Techniken, die schönsten und realistischen Bilder erstellen kann, finde ich, sowas ist Kunst das zu können.

Auch ganz einfache Zeichnungen, die je nach dem wie man drauf schaut, man glaubt, das Objekt scheint zu schweben oder mehrere Layer zu haben. Und wenn man dann einen Bleistift drüber rollen lässt sieht man, dass es nur ein Spiel mit Licht, Schatten und Perspektive war.

Es gibt ganz viel, das ich persönlich als Kunst betrachte. Genau so gibt es aber Kunstwerke die ich, so sehr ich mich bemühe, nicht würdigen kann. Vielleicht weil es mich einfach nicht triggert, aber vielleicht einfach auch weil ich es nicht verstehe.

Jedoch werden solche Kunstwerke (oft) höher gewertet und der Künstler lauter gekürt als diese, die mich persönlich faszinieren. Und ich versuchte einfach den roten Faden in Kunst zu finden und mittlerweile glaube ich, habe ich ihn gefunden.

Meine Definition von Kunst: Kunst ist es, die Kunst als Kunst zu verkaufen…

Vielleicht tue ich damit manch einem Unrecht, vielleicht habe ich damit aber auch voll ins schwarze getroffen und vielleicht ist es mit dieser Definition ja wie mit der Kunst: Die einen finden es Hammer, die anderen totalen Quatsch. Vielleicht ist selbst dieser Satz sogar schon Kunst.

Kunst ist Kunst

John B.

Kunst ist für mich ein sehr weites Feld. Es beginnt in der Literatur, geht über die Musik, das Theater, Foto und Film bis hin in die Natur im allgemeinen, mit Flora und Fauna und die sich daraus entwickelnde Malkunst. Kunst ist etwas Schöpferisches und so gehören auch all die Erfindungen hinzu, die uns Menschen erfreuen. Kunst ist für mich eine Botschaft, die mich als Individuum ganz persönlich erreicht und erfreut. Eine Botschaft, die mich innehalten lässt, mit der ich mich beschäftige, wie ein gutes Essen auf der Zunge zergehen lasse, die mich träumen lässt und die Wünsche offenbart, Ähnliches zu erschaffen und mich glücklich zu machen.

Vor ein paar Tagen war ich mit meiner Enkelin in einem kleinen schwedischen Zirkus. Ca. 250 Zuschauer waren begeistert, wie gerade mal 4 Personen (Eltern mit einem Kind und dessen Onkel), einige Pferde und einige Hunde, eine tolle Show boten. 1,5 Stunden Unterhaltung, und das war für mich nicht nur entspannend, sondern auch große Kunst.

Ich bin ein alter Mann und kann auf ein vielfältiges erfülltes Leben zurückdenken. Geboren wurde ich (in Kassel) im Krieg. Nicht nur die Stadt wurde zerstört, sondern auch unser Haus, und ich wuchs in einem kleinen Dorf mit 300 Einwohnern auf. Das Lesen faszinierte mich von kleinauf, obwohl wir nur einen Lehrer hatten, der alle Klassen in einem Raum unterrichtete. Wir hatten kein Radio und es gab auch keine Zeitung. Doch meine Mutter besorgte mir schon sehr früh Bücher, zuerst Kinderbücher, und zu meinem 8. Geburtstag bekam ich ein Buch von A.E. Johann, “Mit 80 Dollar durch den wilden Westen”. Ein Kunstwerk.

Ich war begeistert und es gab nur einen Wunsch. Ich wollte später einmal genau so sein wie A.E. Johann, der durch die Welt reiste, darüber viele Bücher schrieb, fotografierte (oh, was war denn das? Das Buch entstand vor 100 Jahren) und vieles skizzierte. Ja, ich wollte so sein wie er, reisen, schreiben, zeichnen und vielleicht auch fotografieren.

Vieles konnte ich erfüllen. Ich reiste durch die Welt, war beruflich viele Monate in China tätig, auch in Warschau und Moskau, und verbrachte alles zusammengerechnet 8 Jahre an einem Stück in den USA. Aus Spaß schrieb ich ab und zu einige Erlebnisse auf und fotografierte viel. Gute Fotos, schöne Videos – also viel Kunst, die mich immer wieder erfreut, wenn ich meine Welt (und die meiner Frau) heutzutage auf dem Bildschirm sehe.

Was ich nicht getan, war Johanns andere Spezialität, das Zeichnen und Malen. Ich hatte mal angefangen und mich vor Jahrzehnten in einen Fernmeldekurs eintragen lassen, doch meine anderen Hobbies waren stärker und haben das geplante Zeichnen (immer wieder) verdrängt. Ich interessierte mich für das Theater, bevorzugte Beethoven und Tschaikowsky, gründete einen Tanzclub, spielte die Gitarre, schrieb Gedichte und Reden, die ich auch selbst hielt. Alles für mich Kunst im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich erhielt Botschaften oder gab sie weiter.

Ich besuchte Museen, Galerien und Ausstellungen. Erfreute mich an den Werken der großen Meister, bevorzugte Edward Hopper, Vincent van Gogh und Henri Rousseau, und ärgerte mich z.B. heute über Herrn Marquet, dessen Sommer am Strand ich auf meinem Tageskalender fand. Dagegen reagierte ich sehr positiv auf den anderen Kalender, der ein “Lavendel-Foto” in Südfrankreich zeigt. Beides Kunst, doch ein Werk von beiden kann weg.

Und dann brach eines Tages meine gesundheitliche Welt zusammen. Ich hatte mehrere Operationen, wurde u.a. auf beiden Ohren taub, bekam (durch einen Kunstgriff) ein Cochlea-Implantat, konnte wieder fast alles hören, leider nicht alles verstehen. Und nun erinnerte ich mich wieder an A.E. Johann, und dachte mir, du musst das vollenden, was du dir vor langer Zeit gewünscht hast. Das Zeichnen und Malen.

Kurzum, nach Weihnachten begann ich wieder mit dem Zeichnen und Malen, und ich sitze tatsächlich fast jeden Tag vor meinem Sketchbook und versuche einige Erlebnisse, die wir morgens auf unseren Spaziergängen hatten, zu Papier zu bringen, mit Bleistift, Kugelschreiber, Tinte, Farbstifte oder Aquarell. Nichts Besonderes, aber es macht mir Spaß, hält mich fit, und wenn dann noch das Lob meiner Frau kommt, macht dies mich stolz. Ich mache also “in Kunst”, aber bin ich deshalb ein Künstler? Nein. Es ist ein Hobby wie viel andere vorher, die ich in meinem Leben hatte. Oder doch nicht? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall macht es mich glücklich, und dies ist in dieser Situation das Wichtigste.

So, das war es nun. Mein Beitrag zum Thema “Kunst”. Und für mich schließt sich nun der Kreis um und mit Herrn Johann, dessen Bücher ich gesammelt und gelesen, aber von denen ich mich durch Umzüge auch wieder getrennt habe. Nur zwei stehen noch bei mir im Regal links hinter mir. Sein erstes “Mit 20 Dollar…” und sein letztes “Das Paradies ist überall”. Und in diesem Sinne sende ich beste Grüße aus dem hohen Norden und wünsche alles Gute, nicht nur bei der Kunst, sondern auch im täglichen Wohlergehen.

Ludolf S.

Ich teile deine Meinung. Zwei Dinge sind mir noch wichtig:

  1. Kunst ist zeitlos. Menschen waren immer und werden auch zukünftig künstlerisch unterwegs sein. Und es ist völlig egal, wo und wie sie stattfindet. In eiszeitlicher Höhle, in Gefangenschaft oder modernen Umgebungen.
  2. Kunst ist auch oft ein Perspektivenwechsel. Die Auseinandersetzung damit hilft mir auch, Musterwechsel in anderen Bereichen besser zu verstehen.

Und zum Schluss noch eine persönliche Erfahrung. Kunst ist für mich auch Meditation. Sowohl beim Betrachten und erst recht beim Zeichnen (meine bevorzugte Spielart).

Tim J.

Wie grenzt Ihr Kunst von Handwerk ab? Damit ein Werk Kunst ist muss es aus meiner Sicht eine geplante und gezielte Wirkung haben. Kunst muss hierbei nicht gefallen oder aufwändig sein. Allerdings sollte die Idee, das Konzept neu sein.

Im engeren Sinne muss Kunst auch die Meinung, Ansichten beeinflussen. Nicht alles was eine Kunstwerk ist durch Kunstfertigkeit ist damit auch Kunst. Was soll mit Selbstportraits bezweckt werden?

Christel R.

Ich finde, man sollte Kunst und kreative Betätigung voneinander trennen.

Kreative Betätigung oder kreativer Ausdruck ist jedem Menschen möglich. Zur Kunst wird die kreative Betätigung, wenn jemand mit bildnerischen Mitteln seine Gedanken, Gefühle und Einstellungen auf individuelle Weise zum Ausdruck bringen kann. Je besser jemand das kreative Handwerkszeug beherrscht, um so mehr kann ihm dieser Ausdruck gelingen.

Zur Kunst gehört also neben der Beherrschung des Handwerkszeugs auch der individuelle Ausdruck. Gekonnter kreativer Ausdruck ohne individuelle Handschrift würde ich als Kunstfertigkeit bezeichnen.

Die Grenzen zwischen kreativer Betätigung, Kunstfertigkeit und Kunst sind fließend.

Generell gilt: ohne kreative Betätigung keine Kunst und je mehr kreative Betätigung desto größer die Fertigkeiten. Mit ein bisschen Glück und der nötigen Geduld wird dann vielleicht sogar eines Tages Kunst daraus.

Kunst schaffen

 

Eine Zusammenfassung über Kunst

Wenn ich mir eure Geschichten und eure Gefühle zur Kunst durchlese, so gibt es für mich nur eine Schlussfolgerung: Kunst ist das, was du damit verbindest und fühlst.

Es war toll mit euch diesen Versuch der Definition von Kunst zu starten. Ich habe auch eure Geschichte teils mit aufgenommen, da diese noch deutlicher aufzeigen, was Kunst für euch bedeutet.

Vielleicht können wir noch zusätzlich einige Meinungen in den Kommentaren über die Kommerzialisierung der Kunst sammeln. Ich finde diese teils notwenig, um den Künstler/innen die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen und teils übertrieben, wenn man mal Richtung der Auktionen schaut. Was meint ihr?

Ich finde besonders deutlich ist für mich geworden, dass Kunst uns allen dabei helfen kann, unser Leben zu verbessern, wenn wir es nur wagen, ein Teil davon zu werden.

Ich kann also an dieser Stelle nur motivieren!

Kreiere, erschaffe, zeichne, male, sei kreativ, sei gleich, sei anders und erschaffe deine eigene Kunst!

Deine Meinung zur Kunst in den Kommentaren

Wenn du gerne deine Meinung zur Kunst teilen möchtest, dann tue dies in den Kommentaren. Ich freue mich auf deine Meinung!

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